Who’s next?

Kinospielfilm

Ein groteskes Roadmovie

Den Schweizer Kuhhirten Max verschlägt es nach Rom. Dort trifft er seine grosse Liebe. Doch Maria hat tödliche Absichten. Im hintersten Sibirien gewinnt Max ihr Herz.

…Max wäre noch ewig auf seiner einsamen Alp geblieben. Das Leben ist geruhsam, mit bloss einer einzigen Kuh erst recht. Max hat alles, was der Mensch braucht: Käse. Da setzt ihm dieser Yankee den Floh ins Ohr, dass er mit einem Edelweiss jede Frau haben kann. Ein Edelweiss hat Max. Sogar auf Vorrat. Dabei stürzt seine unbeaufsichtigte Kuh zu Tode. Ein Schweizer Kuhhirt ohne Kuh ist kein Kuhhirt mehr. Nur noch Schweizer. Das ist schwer genug, und in der Stadt heisst es hinten anstehen. Betteln. Hin und wieder ein gebrauchter Kaugummi, eine Zigarettenkippe. Einmal ein Kondom. Max sieht bessere Zeiten kommen. Bis dann haust er in einer Telefonzelle. Dort findet er einen Schuh. Einen schönen Schuh. – Ja, was für ein Schuh! Die dazugehörende Frau heisst Maria und wohnt in Rom…

…Man suche in Rom jemanden, von der man nur gerade den ausgefallenen Vornamen weiss: Maria. Der Japaner Tobashi hat dasselbe Problem: Maria. Und ebenfalls einen Schuh. So wird die Suche zum Wettlauf. Dass das Ziel eine tödliche Falle ist, ahnen beide nicht. Maria ist Kellnerin in Vaters Ristorante und sorgt nebenbei mit dem Charme ihrer Schuhe für Frischfleisch aus aller Welt. Doch der Yankee hat mit der Wirkung des Edelweiss‘ nicht übertrieben. Und schon sind Max und Maria Mann und Frau. Aber Max findet sich im hintersten Sibirien wieder…

…Dort wollte er nie hin. Ohne Maria schon gar nicht, und in einem tödlichen Showdown folgt Max ihrer Blutspur… Nichts soll in diesem grotesken Roadmovie verschont sein. Die Liebe schon gar nicht. Zum Happy End kommt’s natürlich trotzdem.

…Max might have stayed in his lonely alpine pasture forever. Then a Yank put the idea in his head that with an edelweiss, he could have any woman he wanted. And Max indeed had an edelweiss. …She lives in Rome and goes by the unusual name of Maria. Alas her views are not all of an exalted nature. It is a matter of life and death. Max decides it is time for the edelweiss and wins Maria for his wife. A happy end seems in order, but Max finds himself back in Siberia.

…He had no intention of going there. In any case not without Maria. In a fatal showdown Max follows her traces of blood. …Nothing should be spared in this slapstick black comedy. Certainly not love. There is of course a happy ending even so.

…En vérité, Max serait bien resté toute sa vie sur son alpage si une chansonnette ne lui trottait pas dans la tête. Une chansonnette qui répète inlassablement qu’ayes un edelweiss, il pourra faire craquer toutes les femmes. Ca tombe bien: Max a justement un edelweiss! …Elle habite à Rome et, si elle répond au doux nom de Maria, ses intentions sont bien moins douces… C’est une question de vie ou de mort! Max choisit alors l’edelweiss… et il obtient Maria. L’histoire aurait pu se terminer par un happy-end si Max ne s’était pas retrouvé au fin fond de la Sibérie!

…Et dire qu’il n’a jamais voulu aller en Sibérie – et d’autant moins sans Maria. Max suit les traces de sang de Maria. L’histoire se terminera sur une note funeste. Dans ce slapstick bien sombre, rien ni personne ne sera épargné, pas même l’amour. Mais le spectateur aura tout de même son happy-end!

Max se hubiera quedado por toda la eternidad en sus montañas solitarias. Pero entonces llega este gringo a meterle la mosca en la oreja de que si tiene una flor de edelweiss podrá conseguir a cuanta mujer quiera. Max tiene un edelweiss… Ella vive en Roma y responde al poco común nombre de María. Pero, desgraciadamente, no todo son buenas intenciones. Es un asunto de vida o muerte. Max se decide por el edelweiss y logra que María sea su esposa. Todo apunta a un final feliz, pero Max se encuentra de pronto en el más remoto rincón de Siberia.

….nunca quiso llegar allá. Por lo menos, no sin María. Y en un mortal showdown, Max sigue las sangrientas huellas de su esposa. …en este negro slapstick no se respeta a nadie. Menos al amor. Sin embargo, naturalmente se llega al final feliz.

Max Yves Progin
Maria Rossana Mortara
Vater Roberto Antonelli
Mutter Teresa Ricci
Igor Juri Osskin
Zentralsibirischer Balalaika-Punk The Meantraitors
Yankee Wanja Mues
Spaghetti Tokio Ari Takahashi
Spaghetti Toronto Pascal Steiner
Gefängniswärter Umberto Tardani

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Drehbuch und Regie Felix Tissi
Kamera Daniel Leippert
Ton Olivier JeanRichard, Felix Singer
Maske und Kostüme Karin Tissi
Produktionsleitung Schweiz Marianne Eggenberger
Produktionsleitung Rom Jacqueline Dolder
Ausstattung Rom Paul Wiedmer
Produktionsleitung Russland Marina Goiny
Regieassistenz Russland Dominique de Rivaz
Ausstattung Russland Sergej Kokowkin
Aufnahmeleitung Russland Valeri Smoljakow
Schnitt Felix Tissi, Maya Schmid
Filmmusik Büne Huber
Musik im Film The Meantraitors, Jimmy Fontana, Aleksander Kalianow
Tonmischung Magnetix, Florian Eidenbenz
FAZ Swiss Effects
Labor Schwarz Film, Ostermundigen
Produzent Ivo Kummer
Produktion Insertfilm AG und Felix Tissi
In Koproduktion mit ZDF Das kleine Fernsehspiel, Sibylle Hubatschek-Rahn
In Zusammenarbeit mit ARTE

„Who’s next?“ ist ein filmischer Lausbubenstreich. In einer hinterhältigen Liebesgeschichte über den halben Globus treibt der Film mit Ungeheuerlichkeiten, Absurditäten und Klischees seinen Unfug. Ebenso boshaft wie lustvoll.

Die Figuren purzeln durch Zeit und Raum, und die Welt schrumpft zu einem Dorf. Globalisierung und weltweite Kommunikation reduzieren die Sprache auf Stummfilm-Kürzel: „I love you.“ – „I love you too.“ Postmoderne Märchenwelt.

„Who’s next?“ ist entgegen Felix Tissis früheren Filmen kein Figurenfilm, sondern ein Situationsfilm. Vordergründig eine absolut äusserliche Geschichte, hinter deren Slapstick die Doppelbödigkeit lauert. Max ist Marionette einer unverfroren behaupteten Fiktion. Er ist ein Strichmännchen auf dem Globus. Max hat kein Bewusstsein, geschweige denn die Absicht, es zu verändern. Er ist einfach. Und er ist einfach. Nicht ein Mensch, sondern der Mensch. Ein heutiger Buster Keaton. Traumwandlerisch tappt er an den ungeheuerlichsten Fallen vorbei und wird zum stoischen Helden unserer Tage. Er weiss es nur nicht.

Der Regisseur

Seit Jahren beschäftigt mich der Stummfilm. Er verlangt Einfachheit, und er ist ungemein filmisch. Armut ist Hunger und nicht offene Rechnungen, Gefahr bedeutet gleich den Tod, und eine Liebeserklärung gilt sowieso für immer.
Weil sich diese grossen Begriffe in unseren gemässigten Zonen derart nivelliert haben, fahren wir gerne weg oder gehen ins Kino. Die Wahrheit liegt nicht in der Mitte, sondern in der Übertreibung.
„Who’s next?“ ist ein unschweizerischer Film. Und wenn ich den Figuren die Sprache nehmen will, brauche ich sie bloss ins Ausland zu schicken. Dort sieht alles ganz anders aus. Das ist auch schon die ganze Geschichte: Ein kleiner Schweizer in der grossen Nicht-Schweiz. Da gerät wie von selbst so ziemlich alles durcheinander.
Indem die Figuren von „Who’s next?“ selbst der englischen Sprache kaum mächtig sind, und sie sich daher nur sehr rudimentär verständigen können, werden ihnen die Geschwätzigkeit und die Differenziertheit entzogen. Man ist wieder bei den Mitteln des Stummfilms. Die Situation beherrscht die Szenerie.
Das setzt keine Scheu vor Übertreibungen und Klischees voraus: Die Schweiz ist in den Alpen, Rom vor dem Kolosseum und Russland ist gross. Wenn schon, denn schon. Das hebt die Geschichte aus der alltäglichen Realität heraus. – „Who’s next?“ ist buchstäblich ein Spiel-Film.
Das Material jedes Künstlers ist bekanntlich sein gebrochenes Herz. Wofür ein Schreiner Holz, ein Bäcker Mehl, ein Glaser Glas und ein Taxifahrer eine Strasse braucht, braucht jeder wahre Künstler ein gebrochenes Herz. Wie jeder Schlosser ein Schloss.

75 Min., col, Letterbox, stereo, deutsch, englisch, italienisch, russisch

Drehformat: DV

Endformat: 35mm – color – Dolby SR – 1:1.85

Untertitel: deutsch-englisch und deutsch-französisch

Kontakt
Insertfilm AG
Untere Steingrubenstrasse 19
Postfach 863
CH-4502 Solothurn
Tel.: +41 (0)32 625 70 00
info@insertfilm.ch | www.insertfilm.ch

Buster Keaton ist nicht tot: er lebt in der Schweiz und züchtet Vieh. Die ersten zehn Minuten dieses Films verwirren uns. Ein Mann lebt allein von Käse auf einem Berg mit seiner Kuh. Bis das Tier abstürzt, und uns ein Gag den Weg zum Lachen öffnet.
Fast ohne Dialog, mit einem perfekten Timing gleicht dieses Roadmovie, das in der Schweiz beginnt und in Russland endet, rhythmisch einem Film von Aki Kaurismäki. Aber das Prinzip des intelligenten visuellen Humors stammt direkt vom Mann der niemals lachte.
Obschon auf Video gedreht, gelingt „Who’s next?“ Kino pur: Aus einem scheinbar dokumentarischen Blick filtert der Regisseur nur jene Aktionen heraus, welche die Fiktion konstruieren, während jedes Objekt eine spezifische erzählerische Funktion hat. Grossen Anteil an dieser versponnenen Wirkung hat auch der Gesichtsausdruck des Protagonisten, in seiner verblüffenden Gelassenheit selbst noch am Rand des Selbstmords. El Amante, Buenos Aires

…ein paar grossartig witzige Szenen… – Tagesanzeiger
…urkomische Momente. Das Landhaus-Publikum dankte mit Zwischenapplaus. – TR 7
…witzig, frech und innovativ. – Zürichsee-Zeitung
…skurrile Geschichte mit verblüffenden Wendungen, knochentrockenem Humor, schönen Aufnahmen von Daniel Leippert und stimmungsvollem Soundtrack von Büne Huber. – Film demnächst
„Who’s next?“, der neue Film von Felix Tissi, erhält seine besondere Qualität durch die Handschrift des Filmautors. Sie ist erhalten geblieben, obwohl hier mit dem Stummfilm, aber auch mit Zitaten von Buster Keaton bis zu Kaurismäki mit Klischees jongliert wird. Felix Tissi erzählt ein Schauermärchen mit einem Prinzen, der eigentlich ein Schweizer Alphirt und damit ein Mensch ist und einer Prinzessin, einer Römer Wirtstochter, die mit abgebrochenen Nadelabsätzen Männer fängt und damit die Sugo-Produktion der Eltern gleichsam globalisiert.
Auch im Märchen sind die Leute unterwegs, machen von der Alp den Weg nach Rom und landen schliesslich nicht in Casablanca, sondern in Sibirien, wo die endlosen Strassenperspektiven wiederum an Chaplin erinnern. Ein Roadmovie für Fussgänger, eine Flugreise für Zuschauer und Blindflieger und eine filmische Entdeckungsreise für all jene, die am Vordergründigen ihren Spass haben und das Hintergründige gerne selber entdecken. Wo ein Edelweiss zum Schlüssel für die Frauenherzen wird und ein Schuhabsatz zur Männerfalle, kann eigentlich nur Welt sein, Welt von heute, Welt der Gegensätze, Welt des Witzes und des bitteren Lachens. Der Bund, Bern

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