Soundtrack

Es gibt doch tatsächlich Leute, die mögen Musik! Mir ist das ein Rätsel. Kaum einer, der in seiner Jugend nicht in einer Band gespielt hat. Nur um die Mädchen zu beeindrucken. Ich war nie in einer Band. Auf das mit den Mädchen hatte das prompt Auswirkungen. Ich hasse Musik!
Je nach Alter hopsen die Leute in überfüllten Discos oder auf Open airs rum und schauen später bei Klassik ergriffen an die Decke. Nur peinlich. Es gibt sogar welche, die schliessen bei Musik die Augen. Haben wohl zu wenig geschlafen oder glauben, sie wären woanders. Und dann noch diese Tanzerei dazu. Alle brav im Gleichschritt, als wären wir im Krieg. Brauche ich einen Walzer, um mich zu trauen, eine Frau anzufassen? Ich kann mich auch ohne Krach verlieben.

Ganz schlimm sind die Texte. Querbeet, von Schlager über Rock bis hin zu Oper. Gefühlsduselei, Kitsch, Pathos pur! Soll einem wohl das Gefühl geben, man lebe grösser, als man’s tut. Mir tut Musik nur in den Ohren weh.
Nicht mal Religion geht ohne diesen Lärm: Bei jeder Hochzeit, Taufe, Weihnacht, Bestattung wird auf die Tube gedrückt. Alles im irrigen Glauben, man komme dadurch Gott näher. Musik ist nichts anderes als Opium für’s Volk. Die Leute sind süchtig danach. – Junkies.
Ohne Kopfhörer aus dem Haus geht nicht. Beim Essen einkaufen Eminem oder Bach. Ohne, verhungert man lieber. Im Fitness-Studio die Nationalhymne für den Sieger. In der Strassenbahn Born to be wild, als sässe man auf einer Harley.

Ständig mit seinem Soundtrack im Ohr, fühlt man sich in einem Kinofilm: Bigger than life. Sonst hält man seine kümmerliche Existenz nicht aus. Musik ist Betrug am eigenen Leben. – Pfui! Haben diese Menschen denn keine eigenen Gefühle? Müssen sie die unbedingt bei Chopin oder Joplin auslehnen? Sollen die doch für sie leben!

«Ist das Kunst, oder kann das weg?» – Nein, die Kunst muss weg! Den Rest behalten wir: uns selber.

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