Schlaraffenland

Kinospielfilm

De

Sie leben im Schrott, reden Blech und malen sich die Welt neu an. Da kommt Johanna und streicht alles wieder um. Fast wie im richtigen Kino drohen Verderben, Liebe und Tod.

En

The Land of Milk and Honey
They live in scrap, talk rubbish and repaint the world. Then Johanna arrives and repaints it all over again. Almost as in the real cinema, there is the threat of ruin, love and death.

Fr

Pays de Cocagne
Ils vivent dans la ferraille, parlent pour ne rien dire et repeignent la vie à coups de pinceaux imaginaires. Survient Johanna, qui passe partout une nouvelle couche de peinture. La dépravation, l’amour et la mort menacent, presque comme au cinéma.

Es

El paìs de Jaula
Viven entre la chatarra, dicen puros disparates y se pintan un mundo nuevo. Entonces llega Johanna y cambia todo. Casi como en el cine de verdad amenazan la destrucción, el amor y la muerte.

Hannes Dietmar Mues
Orlansky Jochen Regelien
Willi Franz-Josef Steffens
Johanna Johanna Klante
Orlanskys Mutter Erna Brünell
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Drehbuch und Regie Felix Tissi
Kamera Dieter Fahrer, Helena Vagnières
Ton Pavol Jasovsky
Licht Bruno Gabsa
Ausstattung, Requisiten Andreas Gehrig
Maske, Kostüme Karin Tissi
Cocina Cantina Katrin Portmann
Produktionsleitung Res Balzli, Marianne Eggenberger
Schnitt Maya Schmid
Musik Patent Ochsner, Vladimir Vissotski
Musikaufnahmen Lasta Sound, Urs Lanz
Tonmischung Magnetix, Florian Eidenbenz
Kopierwerk Schwarz Film AG
Blow up und Titel Probst Film
Grafik Beatrix Nicolai, Dieter Fahrer
Produktion Balzli & Cie, Res Balzli
Eine Koproduktion mit dem Schweizer Fernsehen DRS (Redaktion Martin Schmassmann)

81 Min., col.,

35mm blow up,

stereo, deutsch

Untertitel: Englisch und französisch

Kontakt
Balzli & Fahrer GmbH Filmproduktion
Altenbergstrasse 16
CH-3013 Bern
Tel.: +41 (0)31 332 94 38
balzli-fahrer@gmx.net | www.dieterfahrer.ch

Die Schweizer Schrottplatz-Ballade „Schlaraffenland“ von Felix Tissi ist ein kleines Kinojuwel.
Den Schauspielern, die frappierend echt und gleichzeitig zurückhaltend agieren, werden Dialoge in den Mund gelegt, die lakonisch, absurd, banal, verrückt und manchmal hochphilosophisch klingen. Mit Ironie und Situationskomik wird ein Dasein entworfen, das irgendwo im Niemandsland zwischen Fatalismus, Überlebenskunst und Lebenslügen angesiedelt ist. Bettina Bremme „Tip“ Berlin

„Schlaraffenland“: Fluchtpunkt dreier Penner und einer jungen Frau. Jeder für sich ein liebenswertes Original, erscheinen sie in einer absurden tragikomischen Geschichte, die manchmal das Clowneske streift und fast von Beckett stammen könnte. Heinz Kersten „Neues Deutschland“ Berlin

Zum Erlebnis wird „Schlaraffenland“ all jenen, die noch nicht fernsehgenormt sind und ihre Freude haben, wenn Weisheit und Unsinn, Trauer und Humor, Fleiss und Musse, Tragik und Komik sich zu einer Kinogeschichte verweben. Fred Zaugg „Der Bund“

Wer verbeulten Männern freundlich gesonnen ist und skurrilen Humor schätzt, der wird belohnt. Mit einer vorzüglich besetzten und zurückhaltend erzählten Geschichte, die ganz und gar unprätentiös Hohes mit Niederem, Tragik mit Komischem, Lebensmut mit Verzweiflung vermischt. Silvia Hallensleben „Der Tagesspiegel“ Berlin

Poetisch, philosophisch und phantastisch, skurril und realistisch, ernst und witzig zeigt Tissi die Figuren in ihrer Umgebung, in ihren sozialen Beziehungen und in ihrer Entwicklung. Damian Bugmann „Berner Agenda“

„Schlaraffenland“ besticht durch die aussergewöhnliche Leichtigkeit, die diese minimalistische Geschichte zum intensiven Kinoerlebnis verzaubert.
So sanft wie die Wogen der Ostsee, an die es die vier Schiffbrüchigen verschlägt, sind die lyrischen Bilder von Dieter Fahrer und Helena Vagnières, die den witzig spröden, manchmal gar surrealen Dialogen irritierend gegenüberstehen.
Was manch Filmschaffender als belanglos zum Schrott im Hinterhof der drei Männer werfen würde, fügt sich in „Schlaraffenland“ zu einem Kaleidoskop, das Felix Tissis Sensorium für schillernde Zwischentöne belegt. Robert Richter

Tissis neuer Film, in Nidau gedreht, hochdeutsch gesprochen, irgendwo angesiedelt und präzise gedacht, endet nicht im Schrott…
Am Meer spielt das Finale dieses Endspiels. Inzwischen hat man dieses Mädchen und ihre Männer längst liebgewonnen. Besonders Orlansky, der Nicken nicht von Kopfschütteln unterscheiden kann und dessen Gesicht allein den Besuch des Films lohnt. Doch – letzte Erkenntnis in einem schrägen Film der speziellen Art – wenn nichts mehr geht, läuft plötzlich alles. Matthias Lerf „Berner Zeitung“

Sie heissen Orlansky, Willi und Hannes. Sie hausen auf einem Schrottplatz im „Schlaraffenland“. Sie helfen einander und lassen einander leben, und das unterscheidet sie vielleicht am stärksten vom Rest der Welt. Der Rest der Welt wiederum kümmert sie wenig. Felix Tissi hat die figürlichen Archetypen Orlansky, Willi und Hannes zwar nicht erfunden, aber wieder belebt. Das ist mehr als eine Seelenwanderung: Sie sollen uns zeigen, dass Philosophieren keine Anstrengung sein muss, vielmehr ein Vergnügen.
Stimmig beschreibt „Scharaffenland“ einen Zustand: Nichts geht mehr, nur die Zeit steht nicht still. Drei haben sich am Rand der Gesellschaft eingenistet. Zur Not erholen sie sich im „Krankenhaus“, wie sie den Knast liebevoll nennen. Und wenn die 16jährige Tochter des einen auftaucht, kann ihre kleine Welt schon mal in Unordnung geraten. Die Flucht freilich, sie bleibt ein gelebter Traum. Die Männer mit den Schränken am Strand: Sie haben bereits den Aggregatzustand des Surrealen erreicht.
„Fast wie im richtigen Kino drohen Verderben, Liebe und Tod“, heisst es im Begleitheft. Was mir an der Arbeit von Felix Tissi seit seinen frühesten Versuchen wie „Lebtage“ (1980) gefällt, ist die gewahrte Relation. Seine kleinen Geschichten aus unserem mitteleuropäischen Alltag kommen nie grösser daher, als sie sind. Das macht sie ehrlich, das verleiht ihnen Charme. „Schlaraffenland“ ist darüber hinaus ein präzis geschriebenes Vierpersonenstück mit drei Schauspielern und einer Schauspielerin, die die Leere des Stückes mit körperlicher Präsenz füllen (Johanna Klante, Dietmar Mues, Jochen Regelien und Franz-Josef Steffens) und die Dialoge noch lange nachklingen lassen: „Wir sind nicht faul, wir haben nur Geduld. Walter Ruggle „Tages-Anzeiger“

Wir sind doch auf der Flucht. Es kommt uns bloss leider keiner hinterher.

Die grösste Scheisse entsteht, wenn man’s gut meint.
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Ein Mann muss sich entscheiden im Leben, Orlansky. Saufen oder Lieben.

Filmausschnitte

Geduld

Falten

Enttäuschungen

Liebe

Du warst ja nie da

Flucht

Werk

Sex

Am Meer

Wo ist Johanna?

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